Willkommenskultur in der Altenpflege

Raumnummern für alle. Handlauf mit einer tastbar erhabenen Beschriftung "Untersuchung 7" in Druckbuchstaben und Braille.

Barrierefreiheit ist für viele Einrichtungen der Altenpflege und -hilfe fest im Alltag verankert. Aber nicht durchgängig und mitunter findet sich noch Verbesserungspotential.

💡 Deshalb ein paar gute Gründe, das Thema noch mal in der eigenen Einrichtung kritisch zu hinterfragen.

Vorweg: Ältere Menschen sind nicht pauschal mit Behinderung gleichzusetzen. Aber mit zunehmendem Alter profitieren wir überdurchschnittlich von guter Zugänglichkeit: von klaren Informationen, sicheren Wegen, guter Orientierung und einfachen digitalen Angeboten.

Das gilt ebenso für Angehörige.

Wer für eine 90-jährige Person einen Pflegeplatz sucht, ist oft selbst nicht mehr jung. Auch diese Menschen müssen Informationen finden, Formulare verstehen, Kontakt aufnehmen und Entscheidungen treffen können. Und selbstverständlich haben auch junge Angehörige mit Behinderung ein Recht, für ihre Eltern einen angemessenen Betreuungsplatz zu finden oder Freunde und Freundinnen in den Einrichtungen zu besuchen.

Barrierefreiheit hilft deshalb nicht nur einzelnen Gruppen.

👍 Eine Rampe ist oft sicherer als Stufen.
👍 Ein großer Button ist leichter zu treffen als ein kleiner.
👍 Ein klarer Text ist schneller zu verstehen als Fachsprache.

Für Einrichtungen ist das also eine Kernaufgabe. Es geht um Vertrauen, Sicherheit und Selbstbestimmung.

Wer Informationen verständlich bereitstellt, senkt Hürden.
Wer Websites, Formulare und Kommunikation zugänglich gestaltet, erleichtert Kontakt und Aufnahme.
Wer Orientierung im Gebäude verbessert, unterstützt die Menschen, die dort wohnen oder zu Besuch kommen gleichermaßen.

Barrierefreiheit sorgt dafür, sich mitgedacht und willkommen zu fühlen. In der Altenpflege und Altenhilfe ist sie daher ein zentrales Hashtag#Qualitätsmerkmal und Hashtag#Wettbewerbsvorteil. Nachbessern und Optimierungsmöglichkeiten zu finden, hilft allen – auch den Trägern der Einrichtungen. Eine echte Win-Win-Situation also.

Eine Inspiration für gut umgesetzte Barrierefreiheit zeigen die angehängten Bilder. Hier ist ein Untersuchungsraum der Universitätsklinik in Bonn mit Braille und sehr großer Ziffer sehr gut lesbar beschriftet. Die 7 auf dem Handlauf lässt sich auch für Menschen ertasten, die die Braille-Schrift nicht beherrschen.

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